Mainzer Untersuchungen

Auf Initiative des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MBWWK) wurde die Arbeitsstelle Kleine Fächer im September 2012 an der Johannes Guten­berg-Universität Mainz (JGU) eingerichtet. Die Leitung haben die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Univ.-Prof. Dr. Mechthild Dreyer, und der Leiter des Zentrums für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ), Univ.-Prof. Dr. Uwe Schmidt, inne.

Die Mainzer Arbeitsstelle führt die Kartierung der sog. kleinen Fächer an deutschen Universitäten fort, die von 2007 bis 2012 an der Universität Potsdam vorgenommen wurde. Die fortlaufende Kartierung sorgt für Transparenz über die Situation und Entwicklung kleiner Fächer an deutschen Universitäten.
Begleitend untersucht die Mainzer Arbeitsstelle Kleine Fächer die Ausdifferenzierung der kleinen Fächer in wissenschaftshistorischer und -theoretischer Perspektive, um einen Beitrag zum Selbstverständnis der deutschen Wissenschaftskultur zu leisten (vgl. dazu: Katharina Bahlmann, Anna Cramme, Mechthild Dreyer und Uwe Schmidt, "Das Selbstverständnis der kleinen (geisteswissenschaftlichen) Fächer im zeitlichen Vergleich, in: Geisteswissenschaften heute. Die Sicht der Fächer, hg. von Dieter Lamping, Stuttgart 2015, S. 376-399).

2015 gab ein von der Mainzer Arbeitsstelle organisierter Expert_innen-Workshop den Anstoß für die Überarbeitung der bislang gültigen Definition „kleines Fach“. Nachdem daraufhin der Vorstand der German U15 ebenso wie der Senat der HRK die vorgeschlagene Neudefinition nachdrücklich befürwortet haben, wird diese aktuell im Zuge einer Neukartierung von der Mainzer Arbeitsstelle kleine Fächer umgesetzt.

Darüber hinaus förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von Oktober 2014 bis April 2016 eine Studie zur Internationalisierung der kleinen Fächer, die unter dem Titel „Beitrag und Chancen der ‚Kleinen Fächer‘ aus der Internationalisierung – Schwerpunkt Europäisierung – auf die Organisation und die Grundlagen der ‚Kleinen Fächer‘“ bei der Mainzer Arbeitsstelle Kleine Fächer in Auftrag gegeben wurde. Im Fokus der Studie stehen

  • die Identifikation von fachkulturellen und strukturellen Unterschiede innerhalb der Gruppe kleiner Fächer hinsichtlich internationaler Forschungsaktivitäten,
  • die Partizipation kleiner Fächer an europäischen Fördermaßnahmen (im Vergleich zu nationalen Fördermaßnahmen) sowie
  • die Identifikation von Hemmnissen und Gelingensbedingungen für die Internationalisierung der Forschung in den kleinen Fächern.

Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung oder kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro als Druckexemplar per Post zugesandt werden.

Aktuell arbeitet die Mainzer Arbeitsstelle kleine Fächer im Rahmen des vom BMBF-geförderten Projekts „Erfahrungsaustausch, Vernetzung und Förderung der Sichtbarkeit kleiner Fächer“ (09/2016 bis 08/2019) am

  • Aufbau einer Online-Plattform kleine Fächer, die u.a. die bestehende Kartierungsdatenbank integriert. Darüber hinaus wird die Plattform neben einem umfassenden Informationsbereich sowie einem Blog zu aktuellen Fragestellungen eine Expert_innen-Datenbank umfassen, die allen Wissenschaftler_innen, die sich den kleinen Fächern zuordnen, offensteht, um auf ihre besondere Expertise, ihre Forschungsschwerpunkte u.ä. zu verweisen.

Darüber hinaus umfasst das Projekt

  • jährliche Monitorings zur Lage der kleinen Fächer an deutschen Universitäten,
  • jährliche Expert_innen-Workshops und
  • Beratungsangebote für Hochschulen (auf Nachfrage).

Seit 2015 nimmt die Mainzer Arbeitsstelle Kleine Fächer an regelmäßigen Vernetzungstreffen  von Hochschulrektorenkonferenzen verschiedener europäischer Staaten teil. Ziel dieser Treffen ist die Gewinnung einer vergleichenden Perspektive auf die Situation kleiner Fächer in Europa (vgl. zum ersten Treffen 2015 http://www.cost.eu/events/rare_disciplines).

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